MYBERGTOUR'S FINEST

Foto Speedy Füllemann

Klettern an der Mittagflue

Genusskletterei an griffigstem Fels

Eindrücklich und stolz steht die Mittagflue ob Guttannen und dominiert mit ihrer bis zu 400m mächtigen Felswand das untere Haslital. Die Mittagflue bietet an ihrer geneigten Südwand eine Vielzahl von äusserst lohnenden Touren in den unteren Schwierigkeitsgraden von 4c bis 5c. Selten kriegt man einen derart grosszügig strukturierten und verschwenderisch griffigen Fels geboten wie hier, insbesondere nicht am Grimsel. Die Hände und Füsse finden an der Mittagsflue praktisch immer Halt an den zahlreich vorhandenen Leisten. Die Kletterei ist entsprechend eingängig und macht richtig Freude. Genusskletterei pur! Dank diesen Qualitäten bietet sich die Mittagflue auch für Kletterer mit wenig Erfahrung oder Hallenbackground an, die zB in Begleitung eines Bergführers Erfahrungen im Mehrseillängen Klettern sammeln wollen. Siehe hierzu auch dr Blau Chäfer im Melchtal.

Die Felsqualität ist durchwegs sehr gut. Trotzdem liegen im unteren Teil immer wieder Kiesel und kleine Steine loose herum. Daher ist ein Helm absolute Pflicht und mehrere Seilschaften in derselben Tour eine potentielle Gefahr. Nach oben hin nimmt die Grösse der Griffe etwas ab und die meisten Routen legen in den letzten Längen einen Zacken zu. 

Die Absicherung ist rundum gut, meist an solidem, neuwertigem Material und die Schlüsselstellen sind in der Regel gut gesichert. Dennoch sollte man die Schwierigkeiten beherrschen, um in diesem geneigten Gelände sicher unterwegs zu sein. Hier und dort kann auch ein Cam oder Keil gelegt werden, der Fels bietet hierzu jedoch nur beschränkte Möglichkeiten.

 

Nebst all diesen guten Argumenten für das Klettern an der Mittagflue kommt noch hinzu, dass der Einstieg in guten 30 Minuten ab Parkplatz bequem erreicht werden kann. Zusammengezählt ergibt dies eine erstklassige Destination für einfache Mehrseillängentouren, bedeutet jedoch auch reger Besuch an schönen Wochenenden, denn die Mittagflue ist lange kein Geheimtip mehr. An schönen Sommertagen bringt man also entweder etwas Geduld mit oder stellt den Wecker genügend früh, um unter den Ersten am Einstieg zu stehen.

Topo Mittagflue Südwand

 

Die Touren auf der Südseite sind vom Charakter her alle sehr ähnlich. Sie führen in äusserst lohnender, griffiger Genusskletterei über ca 10 Seillängen auf die Mittagflue und sind gut abgesichert (xxx/XXXXX). Dabei ist die Südkante einen Ticken einfacher als ihre Nachbarn. Die Mittagflue Südwand erhält im Juli ca ab 11Uhr Sonne. 

 

Südkante 11SL | 400m | 5a (4c obl) die einfachste Tour in der Wand. Sehr lohnend.

Durststrecke 9SL | 400m | 5b+ (5b obl) griffig und äusserst lohnend

Am Ueli sis Chueli 10SL | 400m | 5b (5a+ obl) dito

Heidi mier weidi 9SL | 400m | 5b+ (5b obl) dito

Fritz u Franz im nüe Glanz 9SL | 400m | 5a+ (5a obl) dito

Loris Boxenstop 12SL | 400m | 5c+ (5c obl) 


 

Topo Mittagflue Westwand

Deutlich steiler und damit auch anspruchsvoller sind die drei Touren in der Westwand. Stabon folgt einer kühnen Linie und bietet gerade im oberen Teil spektakulär steile Kletterei. Die Formkurve bietet schöne, technisch anspruchsvolle Wandkletterei, fast durchgehend im Bereich 7a, wobei insbesondere die dritte Länge nicht zu unterschätzen ist. Die Formkurve teilt die ungemein henkelige Ausstiegslänge (7a) mit Abadia, welche bis auf diese Länge schöne Wandkletterei im Bereich 5a-6b bietet.

Stabon 12SL | 400m | 7b (6c obl) tolle Kletterei, kühne Linie, spektakulär steil
Formkurve 9SL | 400m | 7a+ (7a obl) anhaltend anspruchsvolle Wandkletterei, letzte Längen gemeinsam mit Abadia

Abadia 11SL | 400m | 7a (6b obl) Wandkletterei im Bereich 5a-6b, am Ende henkelige 7a

Mittagflue Zustieg & Abstieg​​

Zustieg | Vom Parkplatz in guten 30 Minuten zu den Einstiegen. Im Frühjahr liegt oft ein Schneefeld auf den letzten Metern, welches gutes Schuhwerk oder gar einen Pickel erforderlich machen kann.

 

Abstieg | Grundsätzlich kann man über die Südwand abseilen, empfohlen wird jedoch der Fussabstieg. Dies aufgrund der Gefahr von Seilverhängern und Steinschlag beim Seilabziehen sowie der oft vielen Seilschaften in den Touren. Der Fussabstieg folgt dem offensichtlichen Weg gleich hinter dem Ausstieg, führt auf den höchsten Punkt und über mehrere Abkletter- und am Ende Abseilstellen zurück zum Einstieg. Einige Abkletterstellen befinden sich im exponierten Absturzgelände und erfordern nochmals die volle Konzentration, sind jedoch mit Eisenstiften gut eingerichtet. Am Ende seilt man 3x25m ab und klettert die letzten par Meter nochmals über Eisenstangen ab. Leider wurden hier die wichtigsten Stangen vom Steinschlag verbogen, was die Abkletterei erschwert. Alternativ kann man auch ein 4. mal orografisch rechts in die Rinne abseilen und zu den Einstiegen abklettern (Steinschlag beachten).

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Schlüsselwörter: Mittagflue, Grimsel, Klettern, Mehrseillängen, Topo, Bergführer, Mountain Guide

     

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